Muss ich als eSpieler Steuern zahlen?

Als Faustregel gilt: Wer in Deutschland lebt, muss Steuern zahlen! Alle eSpieler, unabhängig davon, ob sie bei einem Clan angestellt sind oder als Einzelspieler unterwegs sind, müssen Steuern zahlen.

Welche Steuern zahle ich als angestellter eSpieler?

Ein eSpieler, der mit seinem Clan (= Arbeitgeber) einen Arbeitsvertrag (bzw. ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis) hat, unterliegt, wie jeder Arbeitnehmer, der Lohnsteuer und den sozialversicherungsrechtlichen Abgaben (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen und Pflegeversicherung). Werden bei einem Turnier Antrittsgelder gezahlt, stehen diese nicht selten dem Clan zu. Dieser hat die Antrittsgelder als Betriebseinnahme nach dem Umsatzsteuergesetz zu versteuern. Preisgelder hingegen können nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs von 2017 (über Berufspokerspieler) umsatzsteuerfrei sein.

Welche Steuern zahle ich als Einzelspieler?

Ein Einzelspieler, der nicht bei einem Clan angestellt ist, bei Turnieren aber Antritts- und/oder Preisgelder erzielt, übt regelmäßig eine gewerbliche Tätigkeit aus. Das hat zur Folge, dass der Einzelspieler seine Einkünfte nach dem Umsatzsteuergesetz zu versteuern hat. Dies gilt auch für etwaige Einkünfte aus Sponsorenverträge.

Ist der eSports gemeinnützig?

Die Qualifizierung des eSports als gemeinnützig hätte den Vorteil, dass die Clans und Vereine, die im Bereich eSports engagiert sind, von Steuervergünstigungen (Befreiung von Körperschafts- und Gewerbesteuer, Ausstellung von Spendenquittungen etc.) profitieren würden, wie dies z. B. beim Schach der Fall ist (§ 52 Absatz 2 Satz 1 Nr. 21 Abgabenordnung). Die Politik, die zu einer Entscheidung hierüber berufen ist, hat sich bislang nicht festgelegt. Ungeachtet dessen gibt es mit dem Leipzig eSports e. V. und der Hamburger Sportjugend bereits praktische Beispiele dafür, dass eSports offiziell als gemeinnützig anerkannt wurde (wenn auch mit Einschränkungen).