Kann im eSports überhaupt gedopt werden?

Ja, Doping ist ein Thema im eSports! Nicht zuletzt seit Kory „Semphis“ Friesen 2015 in einem Interview zugegeben hat, dass er und sein damaliges Team Cloud 9 das leistungssteigernde Adderall genommen haben. Adderall ist ein Medikament, das Kindern bei Konzentrationsschwächen aufgrund von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) verabreicht wird.

Ist Doping im eSports verboten?

Das ist nicht zu 100% klar. Sportdoping ist in Deutschland zwar aufgrund des Anti-Doping-Gesetzes verboten. Da jedoch der eSports in Deutschland nicht als Sport anerkannt ist, bleibt unklar, ob der eSports dem Anti-Doping-Gesetz unterfällt. Darüber hinaus unterfallen aber viele Substanzen, mit denen eSportler dopen können, dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Ergo ist Doping im eSports nach dem BtMG verboten.

Gibt es im eSports bald ein eigenes Anti-Doping-Gesetz?

Die Veranstalter legen eigene Anti-Doping-Regelungen für ihre Turniere fest. Dabei nehmen sie oftmals Bezug auf die offizielle Verbotsliste der Anti-Doping-Agenturen. Die Verbotsliste zielt hauptsächlich ab auf Sportarten wie Leichtathletik oder Radfahren, der eSports wird aber eher mit Schach und Bogenschießen verglichen. Es besteht daher die Gefahr, dass die Verbotsliste Substanzen erfasst, die nicht auf den eSports anwendbar sind. Vor der gleichen Schwierigkeit, nur die zweckmäßigen Substanzen zu verbieten, stünde auch ein eigenes Anti-Doping-Gesetz im eSports.

Welche Folgen kann Doping für eSportler haben?

Doping kann schwere körperliche und psychische Folgen haben. Wird ein eSpieler darüber hinaus während eines Turniers auf eine verbotene Substanz positiv getestet, wird er im Nachhinein disqualifiziert und ggf. die Siegprämie zurückgefordert. Manche Turnierregeln besagen sogar, dass das gesamte Team disqualifiziert wird, wenn nur ein eSpieler gedopt hat. Gedopte eSpieler haben zudem zu befürchten, sie ihre Sponsorenverträge verlieren.